Panamericana
Chile, 08.01. - 09.01.2015
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An der Grenze gibt es zwei Grenzstationen. Jede fertigt für beide Länder jeweils nur diejenigen ab, die in ihr Land einreisen. Die Ausreise wird in diesem Fall gleich von Argentinischen Grenzbeamten im selben Gebäude der chilenischen Grenzer mit erledigt. So spart man sich einmal mehr das Anstellen in der langen Schlange. Irgendwie sind gerade viele ‚Grenzgänger‘ zur selben Zeit hier wie ich, doch die Abfertigung geht zügig voran und ist gut organisiert. Lediglich für die Lebensmittelkontrolle muss ich den Inspekteur ins Auto lassen. Außer dem sehr leckeren argentinischen Schinken, den ich eigentlich zum Frühstück essen wollte, darf ich alles behalten und nach Chile einfahren.
Die
Straße ist gut und jetzt wieder ohne Schlaglöcher. Es gibt sogar
Verkehrsschilder, die das Ende eines Überholverbotes anzeigen. Dieses Schild
habe ich in Argentinien nie gesehen.
An der ersten Kreuzung beschließe ich rechts abzubiegen und
in den
Nationalpark
Pali Aike zu fahren. Er liegt unweit der Koordinaten an denen ich letzte Nacht
gestanden habe. Es trennt uns lediglich die unsichtbare Grenze. Im Park gibt es
einen See, den Ana Lake, und Vulkankrater, zu denen man teilweise weit über
Lavafelder laufen muss.
Zum
Campen gibt es eine ausgewiesene Camping Area, die schön windgeschützt liegt und
für Camper mit Zelt sogar Schutzhütten mit Tisch und Bänken hat. Hier treffe ich
zwei Deutsche Mädels, die mit ihren chilenischen Guide aus Puta Arenas angereist
sind. Wir besichtigen einen Teil der Vulkane gemeinsam und so erfahre ich, wo
ich zu späterer Stunde nach dem Puma Ausschau halten muss. In seiner Höhle war
er nicht anzutreffen. Hoffnung, hier einen Puma zu sehen, macht sich breit.
Als
ich den Nationalpark verlasse freue ich mich schon auf die betonierte Straße zur
Fähre nach Feuerland. Kurz vor dem Fähranleger kommt mir eine Kolonne von
Fahrzeugen entgegen die wohl gerade mit der letzten Fähre übergesetzt haben
müssen. Darunter ist auch Gerard, den ich in Uruguay kennengelernt habe. Leider
gibt es für keinen von uns eine geeignete Gelegenheit anzuhalten. Aber ich hoffe
wir bekommen anderswo die Gelegenheit uns wiederzusehen.
Am
Fähranleger gibt es zwei Reihen. Ich parke mal bei den Lkw, die Reihe ist
kürzer. Nach etwa einer viertel Stunde kommt die Fähre. Es fahren ausschließlich
Tankzüge vom Schiff. Hier scheint ja einiges transportiert zu werden. Dann
dürfen wir auf das Schiff fahren. Nach zwei Gas- und Tankwagen bin ich dran. Der
Lademeister stoppt mich bereits in der Mitte des Schiffes, denn es kommen nur
noch zwei Trucks und dann geht es ohne Pkws los. Es bleibt viel Platz leer.
Auf
Nachfrage warum das so sei und die Pkw nicht mit dürfen, sagte der Mann mit dem
weißen Helm, der hier das Sagen hat, dass bei Gefahrgütern nur Lkw mitfahren
dürfen. (Ich auch…?!?). Dann werde ich zum Bezahlen ins Office gebeten. Dort
will ich mein abgezähltes Geld für das Ticket abgeben, doch die Tarife für
Nicht-Pkw sind deutlich anders als das, was ich von anderen Reisenden gelesen
hatte. Ich habe nicht einmal genügend chilenische Pesos dabei um diese Überfahrt
von weniger als 30 Minuten zu bezahlen. Also muss ich in Dollar bezahlen. So
werde ich wenigstens gewahr, welche Wechselkurse man hier so begibt. Derweil
wird Antares einer Salzwasserdusche unterzogen. Ein fast vergessener Zustand.
Endlich sind wir in/auf Tierra del Fuego (Feuerland). Von der Fähre mündet der Weg gleich auf die weiterhin betonierte Straße. Zügig geht es voran, bis bei Cerro Sombrero ein Schild mit "Fin Pavimento" die nun folgende Piste ankündigt. Die Piste raubt mir den letzten Nerv. Sie ist so schlecht, dass wir zeitweise nur mit 15-20 km/h vorankommen. Obwohl die Strecke meine gesamte Aufmerksamkeit benötigt, ist eine Gehirnhälfte schon mit der Vorstellung eines Reifenwechsels beschäftigt. Bis San Sebastian, der Grenze zu Argentinien, sind es noch rund 100 km und erst auf den letzten 20 km wird die Piste etwas besser. Entsprechend genervt komme ich am späten Nachmittag an der Grenze an. Und wohlgleich ich auf meiner Route kaum Autos gesehen habe, stehe ich knapp eine Stunde in der Schlange am Schalter von Polizei und Zoll. Die Abfertigung geht in weniger als zwei Minuten. Zwei Stempel und das Dokument für Antares abgeben und schon darf ich fahren.
Bis zur argentinischen Grenzstation sind es
rund 15 km. Immer noch Piste. Aber man arbeitet daran sie zu verbessern. An der
Grenze stehen zwar auch einige Fahrzeuge vor mir, jedoch muss ich kaum warten
und da ich eine Fotokopie von der letzten Einreise vorlegen kann, hat der
Zöllner auch für Antares schnell einen neuen Zettel ausgestellt.
Der
Zöllner an der Schranke möchte noch einen Blick ins Auto werfen und ein paar
Schränke inspizieren. Leider bemerke ich nicht, dass er den Kleiderschrank
geöffnet, aber nicht wieder verriegelt hat. Das Ergebnis sehe ich später am
Boden.
Ab hier ist die Straße wieder eine Straße, soll heißen sie ist geteert. Bei einer Estancia sehe ich den Lkw von "Kondor Tours" stehen. Die waren mir an der Grenze immer einen Schritt voraus und so habe ich sie leider nicht ansprechen können. Aber vielleicht ergibt sich auch diese Chance nochmal. Ein Stück weiter, kurz vor Rio Grande, parke ich am Strand und bin froh, dass ich diesen langen Tag überstanden habe.
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